Verfahren gegen Max Strauß | Bayern heute | Bayerischer Rundfunk 



           
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                  Gericht erwägt Ermittlungen bei der CSU

                  Im Zusammenhang mit dem Steuerverfahren gegen Max Strauß 
                  könnte auch Ärger auf die CSU zukommen. Der Vorsitzende 
                  Richter Maximilian Hofmeister wies in Augsburg auf 
                  Überlegungen hin, bei der Partei Nachforschungen anzustellen. 
                  Hintergrund sei eine erneute Aussage des Waffenlobbyisten 
                  Karlheinz Schreiber im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". 
                  Schreiber hatte angegeben, nicht Strauß sei für das Schweizer 
                  Schlüsselkonto "Maxwell" verfügungsberechtigt gewesen, sondern 
                  die CSU. Es könne sein, dass Ermittlungen in diese Richtung 
                  notwendig würden und für Strauß günstig verlaufen könnten, 
                  sagte der Richter.
                  Strauß-Anwalt Wolfgang Dingfelder rechnet eigenen Worten nach 
                  nun mit einer Vernehmung von CSU-Chef Edmund Stoiber. Er wolle 
                  sich nach Absprache mit Gericht und Staatsanwaltschaft mit 
                  Schreiber in Verbindung setzen, kündigte Dingfelder an. Es sei 
                  unklar, ob die CSU von dem Tarnkonto gewusst und Zugriff 
                  darauf gehabt habe. Das Konto wurde 1988 eingerichtet, zu 
                  dieser Zeit war Stoiber Leiter der bayerischen Staatskanzlei 
                  unter Ministerpräsident Franz Josef Strauß.
                  Erneute Spurensuche nach gelöschter Festplatte
                  Das Augsburger Landgericht befasste sich erneut mit einer 
                  Computerfestplatte des Angeklagten. Kurz vor einer 
                  Hausdurchsuchung bei Strauß war dessen Notebook-Festplatte 
                  angeblich plötzlich von einem Virus befallen und daraufhin 
                  gelöscht worden. Der Experte Ralf Hensel sagte aus, er habe 
                  auf dem verschwundenen Datenträger eine Datei mit dem Namen 
                  "master.txt" entdeckt. Außerdem habe er eine Datei mit den
                  Anfangsbuchstaben "max" gefunden. In einem weiteren Dateinamen 
                  seien
                  die Buchstaben "kiep" enthalten gewesen.
                        Radio- und TV-Tipps

                        Über den Prozess gegen Max Strauß berichten auch:
                          B5 aktuell -
                          News im 15-Minuten-Takt
                          Rundschau - tägliche Nachrichtensendung des 
                          Bayerischen Fernsehens
                          Abendschau - um 17.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen
                  Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass die 
                  Festplatte belastendes Material enthielt, bevor sie gelöscht 
                  wurde. Um von dem Datenträger dennoch Informationen zu 
                  rekonstruieren, beauftragte der Sachverständige Bernd Wißner 
                  damals zwei Fachfirmen. Beim Versand zwischen den Firmen kam 
                  das wichtige Beweisstück jedoch auf rätselhafte Weise 
                  abhanden. Die Staatsanwaltschaft vermutet hinter der Datei 
                  "master.txt" das gleichnamige Tarnkonto, das sie Strauß 
                  zurechnet.
                  Ärzte: Strauß weiter nur eingeschränkt verhandlungsfähig
                  Zu Beginn der Verhandlung äußerte sich Dingfelder erneut zum 
                  Gesundheitszustand seines Mandanten. Dieser leide immer noch 
                  an massiven Verstimmungen und depressiven Einbrüchen. Vor 
                  allem nach den Prozesstagen bedürfe der Politikersohn 
                  besonderer ärztlicher Hilfe, so Dingfelder. Die Frage des 
                  Richters, wie es ihm denn gehe, beantwortete Strauß mit den 
                  Worten "nicht besonders".




                        Anklage im Strauß-Prozess: Steuerhinterziehung

                        Max Strauß steht seit Januar wegen der Annahme 
                        unversteuerter Provisionen des Waffenlobbyisten 
                        Karlheinz Schreiber vor dem Augsburger Landgericht. Die 
                        Staatsanwaltschaft glaubt, dass Ende der 80er-Jahre 
                        umgerechnet 2,6 Millionen Euro von Schreiber an die 
                        Familie Strauß geflossen seien. Laut Anklagevertretung 
                        landete dieses Geld - Provisionszahlungen aus Airbus- 
                        und Panzergeschäften - am Fiskus vorbei auf einem Konto 
                        namens "Maxwell", auf das Max Strauß Zugriff gehabt 
                        haben soll. Für die Anklagevertretung liegt der 
                        Schlüssel zur Lösung des Falles im Nachweis der 
                        Zuordnung des "Maxwell"-Kontos zu Max Strauß.






                   
                  Steuerprozess - der bisherige Verlauf
                   Ernst Eisenbichler und Ulrike Herm 

       
       
      Stand: 13.04.2004
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